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Weiß nimmt Hawaii ins Visier, Göldner will ankommen

Peter Weiß und Frank Göldner sind zwei ganz Harte: Am Wochenende, beim Ironman in Hamburg, starten die beiden Triathleten des SC Union Lüdinghausen über die volle Distanz. Dabei kann der Hawaii-erprobte Weiß eine Teildisziplin überhaupt nicht leiden.

Peter Weiß ist schon etwas länger im Geschäft. Das merkt man daran, dass er kurz überlegen muss, den wievielten Ironman er übermorgen in Hamburg bestreitet. „Den 16., glaub’ ich.“ Kurz nachgezählt, wie oft er wo war, doch, müsste Nummer 16 sein.

Frank Göldner, der am Sonntag (13. August) in der Hansestadt „definitiv zum fünften Mal“ bei einem Triathlon über die Langdistanz am Start steht, kann es kaum fassen, dass der Vereinskollege – beide tragen den Dress des SC Union Lüdinghausen – die genaue Zahl nicht sofort parat hat. Wahrscheinlich weil sich ihm, Göldner, jede einzelne Tortur – 3,8 Kilometer im Wasser, 180 auf dem Rad, 42,2 in Laufschuhen – unauslöschlich im Gehirn eingebrannt hat.

Erster Ironman vor ge nau 20 Jahren

Was Weiß dagegen genau erinnert: Dass er in Hamburg ein Jubiläum feiert. Fast auf den Tag genau vor 20 Jahren, im August 1997, habe er sich im niederländischen Almere zum ersten Mal auf dieser fast mythischen Strecke versucht. Und natürlich erinnert er sich an alle drei Teilnahmen auf Hawaii, dem Nonplusultra der Ausdauerathleten. Am Sonntag könnte er sich zum sechsten Mal für einen Start im Pazifik qualifizieren. Die Entbehrungen, die Kosten, die ex­tremen Wetterbedingungen würde er „jederzeit auf mich nehmen, sollte ich einen Startplatz für Hawaii ergattern“, macht Weiß deutlich. Der 49-Jährige (Bestzeit: 9:17 Stunden/Almere 2012) weiß aber, „dass unsere Altersklasse in Hamburg so stark besetzt ist wie keine andere“. Da müsse er fast schon aufs Podium laufen, um das begehrte Ticket für die offizielle Weltmeisterschaft Mitte Oktober zu lösen.

Göldner gibt ein etwas bescheideneres Ziel aus: „ankommen“. Seine persönliche Bestmarke (11:15/Frankfurt 2016) würde nicht mal annähernd für einen WM-Start reichen. Aber Göldner mischt ja auch erst halb so lange bei den Eisenharten mit wie der gleichaltrige Weiß. Unterschiedlich auch die Vorbereitung: Während Göldner auf große Umfänge – 125 Radkilometer hier, ein 30-Kilometer-Lauf da – setzt, trainiert Weiß „kürzer, aber intensiver“.

Eines haben die beiden Unionisten indes gemein: Das Radfahren ist ihre liebste Teildisziplin. Tatsächlich würde man sich ja selbst mal zu gern auf die traumschöne 8000-Euro-Zeitfahrmaschine schwingen, die Weiß zum Treffen mitgebracht hat. Es sei indes weniger die Optik des Bikes, die den Teamkollegen und ihn begeistern, wie Göldner ausführt: „Man kann einfach viel mehr tüfteln als beim Laufen oder im Wasser.“ Beschaffenheit des Rades, ideale Sitzposition, wann wie viel Watt treten: solche Sachen.

Was diese Feinheiten – neben der passenden Form und einem ausgeprägten Durchhaltewillen – ausmachen, hat Weiß kürzlich beim Mitteldistanz-Triathlon in Berlin bewiesen, wo er seinen zwei Jahrzehnte alten Hausrekord auf dem Rad einstellte. Wäre da nur nicht das erste Teilstück, mit dem der Routinier in 20 Jahren nie richtig warm geworden sei: „Ich hasse das Schwimmen.“

Quelle: Öffnet externen Link in neuem FensterWestfälische Nachrichten - Florian Levenig (11.08.2017)

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